
Sonntag, 14. Januar 2024 16:30
Georg Fritz Oboe Arianna Radaelli Cembalo
Johann David Heinichen
Sonate a Hautbois solo et Basso Continuo in g-moll
Wilhelm Friedemann Bach
Fantasie a-Moll, F 23
Antonio Vivaldi
Sonate in g-moll für Oboe und Basso Continuo RV 28
Jiří Antonín Benda
Sonata n.1 B-Dur
Christoph Schaffrath
Duetto für Oboe und Cembalo obbligato
Konzerte am gleichen Tag um 16.30 / 17.30 / 18.30 / 19.30
ZUM PROGRAMM:
"Barocke Oboen-Sonaten vom Dresdner Hof"
Nach seinem einzigartigen Aufstieg Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts unter August dem Starken ist Dresden ein politisches und kulturelles Zentrum von europäischem Ruf. Sein politischer Aufstieg manifestiert sich auch in einer bis dahin ungekannten musikalischen Prachtentfaltung. Komponisten aus ganz Europa gehen bei Hofe ein und aus und senden Musik nach Dresden, die Dresdner Hofkapelle gilt als das beste, mit zahlreichen Virtuosen bestückte Ensemble der damaligen Zeit. Besonders seine Bläser geniessen einen legendären Ruf, unter ihnen der Oboenvirtuose Johann Christian Richter (1689 – 1744). Er inspiriert zahlreiche Komponisten, darunter Antonio Vivaldi, Johann David Heinichen oder Jan Dismas Zelenka, Werke für sein Instrument zu schreiben. Auf seinen Spuren erklingen im Programm Werke für Oboe und Cembalo – von in Dresden tätigen sowie der Stadt verbundenen Komponisten.
Georg Fritz, Oboe
Georg Fritz erhielt seine musikalische Ausbildung auf Oboe und auch Blockflöte in Salzburg, Linz, Amsterdam und Bremen. Als Interpret auf barocken, klassischen und romantischen Instrumenten spielt er Konzerte in ganz Europa, Israel, der Türkei, Südafrika, Amerika und China, mit Ensembles wie dem La Cetra Barockorchester Basel, der Akademie für Alte Musik Berlin, Il Gusto Barocco, der Gaechinger Cantorey, OH!, Collegium 1704, Camerata Bern, Les Talens Lyriques, Le Cercle de l'Harmonie.
Kammermusikalisch widmet er sich dem Genre der barocken Oboeband sowie dem des klassischen Bläserensembles mit der Formation “Amsterdam Historical Winds”, mit dem auch Programme in Zusammenarbeit mit Sängern realisiert werden. Darüber hinaus engagiert er sich besonders für sein eigenes Ensemble Odyssee, dessen Gründungsmitglied er ist. Mit diesem Ensemble unternahm er in den letzten Jahren zahlreiche Konzerttourneen in Europa und nahm zahlreiche CDs für die Plattenlabels Pan Classics und Glossa auf, darunter die Oboenkonzerte Robert Woodcocks.
Neben seinen Aktivitäten als Oboist widmet er sich auch der Erforschung und dem Bau von Kopien historischer Oboen und Blockflöten in seiner eigenen Werkstatt. Ausserdem lehrt er seit 2019 an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz sowie seit 2023 an der Hochschule für Künste Bremen.
Arianna Radaelli, Cembalo
Arianna Radaelli, Cembalistin und Pianistin aus Mailand, schloss ihr Klavierstudium bei Silvia Rumi am Konservatorium von Mailand (2015) ab und besuchte anschließend einen Spezialisierungsmaster für Klavier bei Paolo Bordoni. Sie absolvierte einen Master in Cembalo und historischen Tasteninstrumenten am Konservatorium von Como (2017), in der Klasse von Giovanni Togni, und erwarb danach einen Master in Performance und einen in Pädagogik in der Klasse von Francesco Corti und Andrea Marcon an der Schola Cantorum Basiliensis (2019, 2021).
Sie besuchte Kurse für Cembalo, historisches Klavier, Orgel und Improvisation bei Musikern wie E. Fadini, B. Cuiller, S. Sempé, B. Martin, E. Baiano, C. Rousset, J.A. Bötticher, D. Börner, L.F. Tagliavini, G. Tabacco, O. Baumont.
Arianna studiert Orchesterdirigieren bei Gilberto Serembe an der Italian Conducting Academy.
Sie ist Preisträgerin von Solo- und Kammermusik- Wettbewerben, darunter der 19. Internationaler Cembalowettbewerb "Paola Bernardi" in Bologna und der 19. Biagio Marini"-Kammermusikwettbewerb. Sie konzertierte mit Dirigenten wie Andrea Marcon, Jordi Savall, Václav Luks, Alfredo Bernardini und Luca Quintavalle. Arianna war musikalische Assistentin bei der Inszenierung von Barockopern bei den "Internationalen Händel-Festspielen Göttingen" und den "Innsbrucker Festwochen der Alten Musik" und konzertiert in Europa sowohl als Cembalo- und historische Klaviersolistin als auch als Mitglied von Ensembles und Barockorchestern wie Abchordis Ensemble, Ensemble Zefiro, Bachakademie Stuttgart, Café Zimmermann, Il Pomo d'Oro. Arianna ist Mitbegründerin des Duos Alter Ego, mit dem sie Corellis Sonaten op.5 in der Transkription für Traversflöte und Basso continuo aufgenommen hat. Kürzlich hat sie eine Solo-CD mit Sonaten und Konzerten für Cembalo von Baldassare Galuppi aufgenommen.
Seit Januar 2023 ist sie Dozentin für Cembalo und Generalbass an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Von 2021 bis 2023 unterrichtete sie Generalbass und war Korrepetitorin am Institut für Alte Musik der Universität Mozarteum Salzburg. Seit 2023 unterrichtet sie Generalbass bei den FIMA-Sommerkursen für Alte Musik in Urbino.