il Pretre rosso
Freitag, 29. Januar 2027 19:30
Miriam Feuersinger Sopran Benedetta Zanotto Sopran Emiliano Gonzalez Toro Tenor José Coca Loza Bass Mädchenkantorei Basel Chor La Cetra Barockorchester & Vokalensemble Basel Andrea Marcon Künstlerischer Leiter
Antonio Vivaldi
Kyrie in sol minore, per 8 in due cori (SATB) archi e bc
Antonio Vivaldi
Credo per SSSA soli, coro, archi e B.C. RV 591
Antonio Vivaldi
Beatus Vir (Salmo CXI) RV 598
Antonio Vivaldi
Laudate pueri Dominum (Salmo CXII) RV 602
Antonio Vivaldi
In exitu Israel (Salmo CXIII) RV 604
Antonio Vivaldi
Laudate Dominum (Salmo CXVI) RV 606
Antonio Vivaldi
Beatus Vir in Do maggiore, RV 597
Antonio Vivaldi
Canta in Prato RV 636
Sakrale Werke für die Mädchen am Ospedela della Pietà in Venedig
Antonio Vivaldi empfing 1703 die Priesterweihe und wurde darauf Kaplan an der Kirche Santa Maria della Pietà in seiner Heimatstadt Venedig. Nur wenig später übernahm er den Violinunterricht und später die musikalische Gesamtleitung am «Ospedale della Pietà» – einem Waisenhaus für Mädchen am Canale Grande, das der Kirche angegliedert war. Unter seiner Leitung erlangte das Ospedale bald einen legendären Ruf: Vivaldi formte ein Spitzenensemble aus Chor und Orchester, für das Musikliebhaber sogar aus dem Ausland anreisten – obwohl die Mädchen und Frauen hinter einem Paravent musizieren mussten. Aus der Zeit am Ospedale sind vor allem die Violinkonzerte bekannt, Vivaldi hat aber für die Mädchen im Waisenhaus auch geistliche Musik komponiert. Eine Auswahl dieser bringt das La Cetra Barockorchester zusammen mit der Mädchenkantorei Basel unter der Leitung von Andrea Marcon in der Martinskirche wieder zu Gehör. Zum Beispiel das Credo in e-Moll, RV 591, Vivaldis einziges reines Chorwerk aus der Kategorie der Sakralmusik, das mehrere Sätze aufweist. Es erklingt auch das emotionale Kyrie, RV 587, angelegt für Doppelchor. Mit einem Chor, der vor allem aus Mädchen- und einigen wenigen Frauenstimmen besteht, erklingen Vivaldis Werke für das Ospedale hier für einmal wieder quasi wie im Original - und werden so für die berühmte Vivaldi-Edition von Naïve auf CD aufgenommen.
TICKETS & INFO
Abos erhältlich unter 061 205 33 55
Abendkasse 18:30
Konzerteinführung mit Dramaturg Markus Wyler 18:45
Konzertbeginn 19:30
Erwachsene CHF 80 / 60 / 40 / 25
AHV/IV-Rabatt: 5 CHF pro Karte
Azubis, Schüler*innen, Studierende und Kulturlegi: 50% Ermässigung
Kinder bis 12 Jahre in Begleitung der Eltern: CHF 10
Mädchenkantorei Basel
Die Mädchenkantorei Basel macht sich seit 1991 als herausragende Chorschule und Konzertchor für junge Sängerinnen einen Namen. In sechs Chorstufen werden rund 130 Mädchen ab vier Jahren und junge Frauen aus der Nordwestschweiz und dem angrenzenden Ausland altersgerecht und gezielt durch ein professionelles musikpädagogisches Team unter der Leitung von Marina Niedel gefördert.rnZiele sind die Freude am Singen, der Umgang mit anspruchsvoller Chorliteratur, die Vermittlung vertiefter Musikkenntnisse und die Förderung von Talent und Expressivität auf der Basis sorgsamer Stimmentwicklung. Neben wöchentlichen Proben sind auch Einzelstimmbildung und Musiktheorieunterricht Teil des Curriculums.rnIn Koproduktionen mit renommierten Partner:innen wie beispielsweise dem Sinfonieorchester Basel, dem Kammerorchester Basel, La Cetra sowie am Theater Basel entwickeln die Sängerinnen ihr musikalisches Potential und präsentieren es vor grossem Publikum. Die Mädchenkantorei Basel nimmt regelmässig an Festivals im In- und Ausland teil und unternimmt Chorlager und Konzertreisen.rnBei La Cetra war die Mädchenkantorei zuletzt bei Bachs Matthäuspassion zu Gast.
Andrea Marcon
Andrea Marcon ist einer der renommiertesten Musiker und Spezialisten auf dem Gebiet der Alten Musik und der Klassik. Geboren im norditalienischen Treviso, studierte er an der Schola Cantorum in Basel u. a. bei Jean-Claude Zehnder, Hans Martin Linde und Jordi Savall sowie bei Luigi Fernando Tagliavini, Hans van Niewkoop, Jesper Christensen, Harald Vogel und Ton Koopman. Seit 2009 ist er künstlerischer Leiter von La Cetra. Tatsächlich begann seine Partnerschaft mit dem La Cetra Barockorchester Basel bereits 1999 mit dem allerersten Konzert des Ensembles. Seither führt er es von Höhepunkt zu Höhepunkt im Rahmen von internationalen Konzerttourneen. Als Gründer der legendären Barockensembles «Sonatori de la Gioiosa Marca» und des Venice Baroque Orchestra gastiert Andrea Marcon seit vielen Jahren in allen bedeutenden Konzertsälen weltweit. Als Gastdirigent arbeitet er zudem mit den Münchner und Berliner Philharmonikern, dem Sinfonieorchester des Bayerischen und des Hessischen Rundfunks, den Bamberger Symphonikern u.v.m. und widmet sich in den letzten Jahren auch dem sinfonischen Repertoire von Beethoven, Schubert, Mendelssohn, Schumann und Brahms. Als Operndirigent war er u. a. an der Oper Frankfurt, den Opern in Valencia, Sevilla und Lausanne, in La Fenice oder am Bolschoi-Theater in Moskau eingeladen. Im Frühling 2023 gab er sein Debut an La Scala di Milano.rnÜber 80 oft preisgekrönte Aufnahmen als Dirigent, Cembalist und Organist zum Teil mit Wiederentdeckungen von Vivaldi, Caldara, Marcello, Galuppi, Porpora, Cimarosa oder Boccherini dokumentieren das reiche Repertoire, mit dem er sich bis heute beschäftigt. 2021 wurde ihm für seine Verdienste um die Musik Händels der Händelpreis der Stadt Halle verliehen.
Miriam Feuersinger
Die aus Österreich stammende Echo-und OPUS-Klassik-Preisträgerin Miriam Feuersinger (Sopran) gehört zu den führenden Sopranistinnen im Bereich der geistlichen Barockmusik. Ihre große Liebe gilt musikalisch und inhaltlich dem Kantaten- und Passionswerk von J.S. Bach und seinen Zeitgenossen, worauf auch eine rege internationale Konzerttätigkeit schließen lässt. Seit 2014 veranstaltet sie zusammen mit dem Cellisten Thomas Platzgummer die Reihe „Bachkantaten in Vorarlberg“.rnrnDie Sopranistin ist regelmäßig bei renommierten Bachreihen wie der „Bachstiftung Trogen“ (CH), „All of Bach“ (NL) und der „Bachakademie Stuttgart“ (D) zu Gast, weiters bei Festivals wie dem „Bachfest Leipzig“ (D), „Bachfesttage Köthen“ (D), „Bachtage Rostock“ (D), „Bachcelona“ (ES), „Abendmusiken in der Predigerkirche“ (CH), „Bach-Biennale Weimar“ (D) u. a. Weitere schöne Schwerpunkte ihres musikalischen Schaffens liegen in dem breiten Spektrum der geistlichen Musik vom Barock bis hin zur Spätromantik sowie im Liedbereich.rnMiriam Feuersinger musiziert mit Dirigenten wie Jordi Savall, Vaclav Luks, Hans-Christoph Rademann, Rudolf Lutz, Jörg-Andreas Bötticher, Lorenzo Ghielmi, Ton Koopman, Sigiswald Kuijken und Christoph Prégardien sowie mit Formationen wie dem Freiburger Barockorchester, Collegium Vocale Gent, Collegium 1704, Holland Baroque, Il Gardellino, Capricornus Consort Basel, Les Cornets Noirs, Kammerorchester Basel, Symphonieorchester Vorarlberg und Concerto Stella Matutina, um nur einige zu nennen.rnrnPreise wie der „Preis der deutschen Schallplattenkritik 2/2014“, der „ECHO Klassik 2014“, der „Ö1 Pasticcio-Preis 5/2017“ und der „OPUS Klassik 2022“ zeichnen Ihr Schaffen aus. Ihre neue CD mit Sopran-Solo-Kantaten von J. S. Bach erschien Anfang 2022 beim Label Christophorus. Bei La Cetra war Miriam Feuersinger zuletzt für Bach’s Matthäuspassion zu Gast.
Benedetta Zanotto
Die italienische Mezzosopranistin Benedetta Zanotto studierte Violine am Konservatorium „A. Steffani“ in Castelfranco Veneto und spezialisierte sich anschließend auf barocken Gesang in der Klasse von Monica Piccinini am Konservatorium von Rovigo. Sie besuchte Meisterkurse u. a. bei Emma Kirkby, Sonia Tedla, Roberta Invernizzi und Veronica Cangemi (Vivaldi Academy, Fondazione Giorgio Cini). 2023 war sie Finalistin des „Fatima Terzo Baroque Singing Competition“ in Vicenza und wurde 2024 als Semifinalistin des renommierten „Concours de chant baroque de Froville“ ausgewählt. Im Sommer 2024 debütiert sie beim Monteverdi Festival in Cremona und tritt beim Risonanze Festival auf. Benedetta ist Teil des Stradella Young Project unter der Leitung von Andrea De Carlo (Ensemble Mare Nostrum) und konzertierte mit dem Ensemble „L’Arte de’ Sonadori“, das sich auf venezianische Musik des 17. Jahrhunderts spezialisiert. Im Oktober 2023 erschien ihre erste CD mit den Madrigalisti Estensi bei NovAntiqua Records mit Werken von Antonio Maria Pacchioni. Als Geigerin spielte sie in verschiedenen Orchestern in Italien, Deutschland, Frankreich und der Schweiz, u. a. unter Stefano Montanari und Roberto Zarpellon, sowie an bedeutenden Konzertorten wie dem Teatro La Fenice, Radio France und der Gemäldegalerie Dresden. Benedetta war zuletzt in Scarlattis La Giuditta mit La Cetra zu hören
Emiliano González Toro
Der Schweizer Tenor, Dirigenten und Künstlerischen Leiter Emiliano González Toro verbindet stilistische Präzision, lebendige Textgestaltung und eine leidenschaftliche künstlerische Handschrift.rnEr übernahm die Titelrolle in Vivaldis Farnace am Teatro Real in Madrid, am BFM in Genf und am Théâtre des Champs-Élysées. Als Monteverdis L’Orfeo war er beim Festival del Touno und in Bilbao zu erleben. Zudem debütierte er an der Berliner Philharmonie mit Bachs h-Moll-Messe unter Raphaël Pichon und war mit Andrea Marcon und La Cetra Basel auf Europatournee, unter anderem mit Cimarosas L’Olimpiade und Händels Ariodante.rnMit seinem 2019 gemeinsam mit Mathilde Étienne gegründeten Ensemble I Gemelli leitete er Lullys Roland an der Opéra Royal de Versailles. Das Projekt wurde für das Label Gemelli Factory aufgenommen. Als Dirigent in Residence am Centre de Musique Baroque de Versailles führt er die Chantres und die Maîtrise durch die Saison. Mit dem neuen Programm The Vivaldi Battle präsentiert er gemeinsam mit mehreren Countertenören die berühmtesten Arien des venezianischen Komponisten in zahlreichen europäischen Städten.rnGonzález Toro begann seine Karriere vor über 25 Jahren unter Michel Corboz und Gabriel Garrido in Genf und Lausanne. Seither arbeitete er mit Dirigenten wie René Jacobs, Christophe Rousset, Ottavio Dantone und Andrea Marcon. Besonders geschätzt für seine Evangelistenpartien in Bachs Passionen, gilt er als einer der führenden Monteverdi-Interpreten unserer Zeit. Seine Diskografie und Bühnenkarriere mit I Gemelli zeugen von einer tiefgehenden Auseinandersetzung mit dem Seicento-Repertoire.
José Coca Loza
Der in Zürich lebende bolivianische Bass José Coca Loza studierte an der Hochschule für Musik in Basel und war Mitglied im Opernstudio des Theaters Basel. Seither gastiert er auf renommierten Bühnen Europas.rnIm Sommer 2025 sang er Silvano und Furie in Cavallis La Calisto beim Festival d’Aix-en-Provence. 2024 trat er in der Titelrolle von Porporas Polifemo an der Opéra Royal de Versailles sowie mit Le Concert d’Astrée unter Emmanuelle Haïm an der Opéra national du Rhin auf. 2023 sang er Achille in Giulio Cesare in Egitto mit Les Musiciens du Prince – Monaco unter Gianluca Capuano am Théâtre des Champs-Élysées. 2022 kehrte er als Melisso in Alcina an das Royal Opera House, Covent Garden, zurück und debütierte als Alidoro in La Cenerentola an der Wiener Staatsoper.rnZu seinen früheren Höhepunkten zählen Auftritte in Robert Wilsons Inszenierung von Händels Messiah unter Marc Minkowski bei der Salzburger Mozartwoche, am Théâtre des Champs-Élysées und am Grand Théâtre de Genève, sowie sein Debüt am Royal Opera House als Lesbo in Agrippina an der Seite von Joyce DiDonato. Weitere wichtige Rollen waren Haly in L’italiana in Algeri bei den Salzburger Festspielen 2018, Alidoro auf Tournee mit Cecilia Bartoli und Caronte in L’Orfeo mit L’Arpeggiata unter Christina Pluhar.rnAuf dem Konzertpodium sang er Mozarts Requiem mit dem Tonhalle-Orchester Zürich und Bachs Johannes-Passion in Madrid. Scarlattis Oratorium Il giardino di rose mit La Ritirata erschien kürzlich auf CD.
